Punkt 10 Uhr konnten Elena Michel, Gemeinderätin von Rüschlikon, und Paul Frey, Präsident von kulturüschlikon, rund 40 Interessierte begrüssen – im Hintergrund die imposanten Schemas der Wasserversorgung der Region und des Seewasserwerks mit den Betriebszuständen der gesamten Anlage.

Im Rahmen der Kulturtage Rüschlikon führte Bernhard Elsener durch die wechselvolle Geschichte der Wasserversorgung Rüschlikons: vom über 400 Jahre alten Mühlebrunnen und den Anfängen der Gemeindewasserversorgung um 1890 mit dem ersten Reservoir im Nidelbad bis zum Bau des Seewasserwerks durch die Gemeinden Thalwil, Rüschlikon und Kilchberg im Jahr 1950. Der Name TRKL setzt sich aus den drei Gründergemeinden und der später dazugestossenen Gemeinde Langnau zusammen.

Ein Blick in den Betriebsablauf

Stefan Schläpfer, Brunnenmeister und Betriebsleiter des Seewasserwerks, nahm die Besuchenden mit auf die Reise des Wassers durch das Werk und erklärte von der Seewasserfassung im Marbach (an der Grenze zu Thalwil) alle Schritte der Wasseraufbereitung bis hin zum fertigen Trinkwasser. Die zahlreichen Fragen zeigten das grosse Interesse.

Der anschliessende Rundgang in zwei Gruppen – geleitet von Bernhard Elsener und Stefan Schläpfer – folgte dem Weg des Wassers: Zuerst fliesst das Seewasser langsam durch die grossen Filterbecken, wo sämtliche Schwebestoffe entfernt werden. Danach wird das Wasser mit Ozon versetzt – eindrücklich sichtbar war, wie sich das Ozon in der Kontaktkammer in Tausenden von Gasblasen mit dem Wasser vermischt und so Viren und Bakterien abtötet.

Apéro mit Wein und Wasser

In der letzten Stufe werden die organischen Stoffe und das restliche Ozon in riesigen Aktivkohlefiltern entfernt. Eine geringe Zugabe von Javelwasser schützt vor Verkeimung, danach fliesst das Wasser in die Reservoirs und ist bereit für die Verteilung an die Haushalte.

Fragen zum Kalkgehalt des Wassers, zu möglichen Szenarien bei einem Stromausfall, zur Cybersicherheit des Werks, zu den Kosten der Aufbereitung und viele weitere wurden kompetent beantwortet. Nach einem Applaus und mit dem guten Gefühl, viel Neues erfahren zu haben, diskutierten die Teilnehmenden beim anschliessenden Apéro (mit Rüschliker Wein und Wasser) angeregt weiter.

Dieser Artikel ist am 20. November 2025 auf Bezirk.ch erschienen:

https://www.bezirk.ch/artikel/spannender-einblick-in-die-wasserversorgung-von-rueschlikon